Editorial

ZACK-Editorial 9/2014

Liebe Leser,

wir freuen uns, dass wir Ihnen in diesem Heft die dreiseitige Semi-Funny-Story Rick Turpin vorstellen können. Sie stammt aus der Feder des Autoren-Zeichner-Gespanns Ivan Claeys und Daniel van den Broek und enthält alle Zutaten, die einen gelungenen Funny ausmachen. Der Dreiseiter ist als Testballon gedacht, da wir bei positiver Resonanz von Ihrer Seite aus die Serie ins Heft nehmen würden. Sie haben hier also eine echte Chance, den Inhalt von ZACK mitzugestalten. Schreiben Sie uns!
Apropos schreiben ... immer wieder erreichen uns Mails oder Postkarten, in denen wir gefragt werden, warum es im Magazin Ihrer Wahl keine Leserbriefseite gibt. Das ist recht einfach zu erklären: Mit den Zuschriften, die wir über das Jahr verteilt erhalten, könnten wir gerade mal die Leserbriefseite einer Ausgabe füllen. Wenn Sie der Meinung sind, dass ZACK ganz dringend eine solche Kommunikationsform benötigt, dann müssten Sie den Stift zur Hand nehmen und uns Ihre Meinung, Fragen oder sonstiges zukommen lassen. Natürlich gerne auch per Mail. Auch das ist eine echte Chance, am Heft mitzuarbeiten.
Weiterhin möchte ich an dieser Stelle auf unsere Juli-Ausgabe verweisen, in der wir den kompletten ersten Teil von Philippe Aymonds Zweiteiler Highlands abgedruckt haben. Sollten Sie das Heft noch nicht gelesen haben oder sogar nicht einmal besitzen, wird es jetzt höchste Zeit, es sich zu Gemüte zu führen, da in der vorliegenden Nummer von ZACK bereits der zweite Teil startet.
Und noch ein Hinweis in eigener Sache: Wir haben noch ein paar wenige Ausgaben der Cassio-Gesamtausgabe auf Lager. Zugreifen lohnt sich jetzt, da wir die Serie in 2015 in ZACK fortsetzen wollen.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Spaß mit dem neuen ZACK



Georg F.W. Tempel
Chefredaktion

 

Hold the press!!!

Gerade haben wir erfahren, dass Gigi Spina, einer der Männer der ersten ZACK-Stunde und stellvertretender Chefredakteur des Magazins, der das Heft in den 1970er Jahren maßgeblich mitprägte, nach längerer Krankheit am 4. August im Alter von 79 Jahren verstorben ist. Wir trauern mit der Familie und Freunden um einen der großen Comic-Macher in Deutschland.

 

ZACK-Editorial 8/2014

Liebe Leser,

nachdem im letzten Heft die Serien Michel Vaillant und Juárez pausierten, um für den Komplettabdruck des ersten Teils von Philippe Aymonds Highlands Platz zu machen, sind sie in der vorliegenden Ausgabe wieder mit von der Partie und werden auch in den Folgehefte für Spannung und Unterhaltung sorgen.
Dass auch die leicht selige Welt der Comics nicht von der aktuellen Politik unbehelligt bleibt, zeigt das neue Gesetz zum Mindestlohn. Viele der großen Verlage haben unter ihrer Belegschaft einige Praktikanten, die zwar wertvolle Zuarbeiten leisten, aber eben noch keine vollwertigen Redakteure, Hersteller oder Vertriebler sind und Unterstützung und Unterweisung benötigen, was wiederum zu Lasten der Arbeitszeit der als Ausbilder fungierenden Festangestellten geht. In der Regel bekommen diese Praktikanten einen Lohn der zwischen 500 und 900 Euro liegt. Wenn diesen jungen Leuten nun der Mindestlohn von 8,50 Euro zu zahlen ist, müssen sich die Verlage – und Unternehmen im Allgemeinen – die Frage stellen, ob es sich für sie noch lohnt, Praktikanten im Betrieb aufzunehmen. Deshalb ist das Jubelgeschrei über den Mindestlohn unter den Praktikanten eher verhalten, da dort die Angst umgeht, dass sich die Zahl der Praktikantenplätze drastisch verringern wird.
Eine ganz andere Angst dürfte sich bald unter den Übersetzern breit machen. Während im täglichen Nachrichtengewerbe immer mehr (erfolgreiche) Versuche mit Roboter-Journalismus laufen – Roboter erstellen aus Zahlen und Daten blitzschnell kleinere Artikel –, ist zwar von Roboter-Übersetzern, die qualitativ hochwertige Texte anfertigen können, noch nichts zu sehen, aber in der heutigen Zeit kann das ganz schnell gehen. So wie die Digitalisierung den Beruf des Handletterers zum Aussterben gebracht und zu enormen Preisstürzen in diesem Gewerbe geführt hat. Mittlerweile haben die Digitalisierung und die Globalisierung den hässlichen Nebeneffekt, dass Computerletterings immer öfter in Billiglohnländern angefertigt werden. Zwar sind die Vorläufe für solche Letterings länger, aber in der Summe eines Verlagsprogramms kann so viel Geld gespart werden.
Dennoch sollten wir uns die Lust auf und die Freude an Comics nicht verleiden lassen.

In diesem Sinne

Georg F.W. Tempel
Chefredaktion

ZACK-Editorial 7/2014

Liebe Leser,

das erste Heft im 16. ZACK-Jahr wartet gleich mit einer besonderen Überraschung auf: Wir haben die 16-seitige Umfangserweiterung dazu genutzt, das erste Album der neuen, zweibändigen Serie von Lady S.-Zeichner Philippe Aymond, Highlands, komplett abzudrucken. Erleben Sie eine Liebesgeschichte voller Ränke und Intrigen vor dem Hintergrund des schottischen Kampfes um die Unabhängigkeit vom britischen Empire. Den zweiten Teil werden wir – wie gewohnt in Fortsetzungen – ab Ausgabe #9/14 veröffentlichen.
Ich hoffe, Sie sehen es uns nach, dass für diese Komplettveröffentlichung die Serien Michel Vaillant und Juárez für ein Heft pausieren müssen.
Weiterhin freue ich mich, Ihnen den vierseitigen Funny Sammlerglück des deutschen Texter-Zeichner-Gespanns Bernd Frenz und Andreas Wehrheim präsentieren zu dürfen. Bereits der Zweiseiter Highnoon um Mitternacht, im letzten Jahr in ZACK #4/13, musste sich vor internationaler Konkurrenz nicht verstecken. In Sammlerglück kann Andreas Wehrheim seinen Zeichenstil nun noch verfeinern, und Bernd Frenz schildert mit spitzer Feder das – bekannte – Leid vieler Comic-Sammler.
Ich hoffe, dass Sie mit diesem „dicken“ ZACK viel Spaß haben werden und von den Comic-Geschichten darin genauso gefesselt werden wie wir.

In diesem Sinne



Georg F.W. Tempel
Chefredaktion

ZACK-Editorial 6/2014

Liebe Leser,

willkommen in der Jubiläumsausgabe von ZACK!
Vor 15 Jahren entstand an einem wein- und bierseligen Abend die Idee, dass ehemalige Comic-Flaggschiff aus dem Koralle Verlag wiederauferstehen zu lassen. Und – nach den üblichen Höhen und Tiefen – ist das Heft immer noch von erfreulicher Gesundheit beseelt.
Für die Jubiläumsausgabe haben wir uns den Start zweier sehr in der Realität verhafteter Serien vorbehalten: S.O.S Lusitania und Juárez. Während sich S.O.S Lusitania sehr eingehend mit dem Untergang des prunkvollen Luxusdampfers im ersten Weltkrieg beschäftigt, der vor genau 100 Jahren ausbrach und ungesehenen Schrecken über die Menschheit brachte, führt Juárez den Leser ins Mexiko der Jetztzeit. Dort tobt schon seit Jahren ein unglaublicher Drogenkrieg, der Tausende von Opfern gefordert hat, und es gibt eine noch immer ungeklärte Mordserie an jungen Frauen, die auf der Welt ihresgleichen sucht.
Beide Serien zeigen, dass Comics schon lange den Kinderschuhen entwachsen sind und spannende Unterhaltung mit ernsten und kritischen Themen verbinden können. Und man muss es nicht einmal Graphic Novel nennen.Außerdem finden Sie in der vorliegenden Ausgabe ein Ergänzungsposter zu dem, das wir zum 10-jährigen Jubiläum gedruckt hatten, mit allen Covern und Serien, die in den letzten fünf Jahren in ZACK veröffentlicht wurden.
Ansonsten würden wir uns freuen, Sie auf dem Comic-Salon in Erlangen im Juni an unserem Stand begrüßen zu dürfen, wo Philippe Aymond den brandaktuellen Band seiner Serie Lady S. signieren wird. Außerdem haben wir mit ihm eine Überraschung verbunden, auf die Sie sich in der nächsten Ausgabe freuen können, die zum Comic-Salon vorliegen wird. Und natürlich sind wir auch dankbar über Lob, Kritik und Anregungen zu unserem ZACK.

In diesem Sinne

Georg F.W. Tempel
Chefredaktion











ZACK-Editorial 5/2014


Liebe Leser,

in der Ausgabe #3/14 habe ich noch darüber sinniert, was eine Digitalisierung des Comicmarktes für die deutschen Verlage bedeuten könnte. Und nun kommt die Meldung herein, dass Panini eine „E-Comic-Offensive“ starten will. Gleich zu Beginn sollen 150 Titel lieferbar sein und jeden Monat acht weitere dazu kommen. Interessanterweise tauchen unter den genannten Titeln wie Star Wars, True Blood oder Buffy, die als Download angeboten werden, jedoch keine Marvelhelden auf. Hatte der Comicriese doch vor einigen Wochen angekündigt, den digitalen Vertrieb für u. a. Wolverine, Avengers und Spider-Man in mehreren Sprachen – darunter auch Deutsch – verstärkt ausbauen zu wollen. Auch andere digitale Anbieter wie Comixology aus den USA wollen verstärkt in Europa Fuß fassen. Man muss also die Frage stellen, ob Panini hier als Trendsetter oder als Getriebener agiert? Müssen Pflöcke eingerammt werden, bevor andere im angestammten Terrain wildern? Und was bedeuten diese neuen Angebote für die gedruckte Ausgabe, da die Preise für das elektronische Lesefutter 17–25% unter denen der Printausgabe liegen soll?
Und ebenfalls wichtig: Was tun eigentlich die anderen Verlage? Die Meldung, dass der Egmont Konzern die Egmont Comic Collection von Köln wieder zurück nach Berlin holt und unter dem Oberbegriff „Character Licensing“ zusammen mit dem Label Egmont Balloon bündelt, könnte zwischen den Zeilen bedeuten, dass der „gemeine“ frankobelgische Comic dort bald keine Heimat mehr haben wird und man sich stattdessen auf Asterix, Lucky Luke und Disney im Albenbereich konzentrieren will. Gerade hier sind die Verbindungen zu den Lizenzgebern traditionell sehr eng, sodass es möglicherweise auch im Digitalen zu einer Zusammenarbeit kommt. Und was geschieht mit Egmont Manga und dem gerade gegründeten Graphic Novel-Label, die nun von einem angestammten Buchverleger mit wenig bis keiner Comicerfahrung verantwortet werden?
Gleichzeitig scheinen der Carlsen und der Splitter Verlag „business as usual“ zu betreiben. Aber ich denke, auch hier wird man auf die neuen Entwicklungen reagieren müssen. Besonders spannend dürfte die Frage der Digitalisierung bei den Manga werden. Die Japaner sehen die elektronische Verbreitung ihrer Comics als ein Zukunftsfeld und geben es nur ungern aus der Hand. Außerdem wird von den großen Lizenzgebern in Nippon eine europäische Lösung angestrebt, um das klein-klein mit den einzelnen Ländern zu vermeiden. Da Frankreich den größten Mangamarkt in Europa besitzt und bei der Digitalisierung wie auch beim traditionellen Comicvertrieb den anderen Ländern eine Nasenlänge voraus ist, könnte es gut sein, dass ein französischer Konzern bei der europaweiten digitalen Vermarktung von Manga zum Zuge kommt.
Es bleibt also spannend.

In diesem Sinne

Georg F.W. Tempel
Chefredaktion

ZACK-Editorial 4/2014


Liebe Leser,

es hat etwas gedauert, aber nun liegen die Ergebnisse der Wahl zur ZACK-Serie 2013 vor. Es dürfte dabei wenig überraschen, dass die intelligente und fesselnde Serie Es war einmal in Frankreich erneut die Spitzenposition eingenommen hat. Während – im Vergleich zum Vorjahr – der Polit-Thriller Dantès den zweiten Platz für Black Crow räumen musste, konnte Damocles den dritten Platz behaupten. Den größten Absturz musste der Semi-Funny Mic Mac Adam hinnehmen: vom fünften auf den 12. Platz. Auch Roscoe Stenton von Micheluzzi hat sich um fünf Positionen verschlechtert. Ansonsten sind die Verschiebungen bei bekannten Serien eher marginal. Zum ersten Mal hatten wir auch die ZACK-Cover 2013 bewerten lassen. Dass es dabei rein um Optik und nicht um Inhalte geht, zeigt, dass sich nur Black Crow unter dem ersten Drittel der Cover wiederfindet. Zum besten Cover haben die Wahlteilnehmer die Septemberausgabe mit Grand Prix gewählt, gefolgt von Juli (Alamo) und April (Black Crow). Damocles und Es war einmal in Frankreich finden sich erst auf den Plätzen acht und 10.
Lassen wir uns überraschen, wie die Wahl für 2014 ausgehen wird.

In diesem Sinne

Georg F.W. Tempel
Chefredaktion




ZACK-Editorial 3/2014


Liebe Leser,

auch 2014 stellt sich erneut die Frage „Quo vadis, Comic?“ Wohin wird es mit dem Comic in Deutschland gehen. In der Unterhaltungsbranche nimmt die Digitalisierung unaufhörlich ihren Lauf. Im Home Entertainment-Bereich werden mittlerweile nicht mehr nur DVDs und Blu-rays angeboten, die V.O.D.-Variante – das Video on Demand – erhält immer mehr Bedeutung. Der Besitz eines Films steht nicht mehr im Vordergrund, sondern die Verfügbarkeit. Auch die Musikbranche hat – darf man Pressemeldungen glauben – das tiefe Tal der Tränen durchschritten und schreibt wieder wachsende Umsatzzahlen dank Streaming-Angeboten und Musik-Downloads.
Im Bereich Comic im Speziellen und dem Bereich Buch im Allgemeinen gibt es hier nur zaghafte Fortschritte zu vermelden. Keiner weiß so genau, wohin die Reise gehen soll. Neue Verpackungen und neues Label – Graphic Novel – mag erst einmal eine neue Leserschaft erschließen, und mit dem Melken bekannter Inhalte als Gesamt- oder Luxusausgaben wird womöglich auch der Umsatz kurzfristig gesteigert, aber das Problem ist damit nicht bei der Wurzel gepackt. Selbst eine komplette Digitalisierung der Comic-Inhalte würde eher neue Probleme aufwerfen, denn den deutschen Comicverlagen helfen.
Schließlich ist Deutschland überwiegend ein Importland, das seine Inhalte aus aller Herren Länder bezieht. Eine Digitalisierung des Comic-Marktes würde aber bedeuten, dass die Verlage ihre Funktion als Lizenznehmer verlieren könnten. Letztlich würden Lizenzgeber nur noch Redaktionsbüros zur deutschen Umsetzung benötigen, die für einen festen Preis arbeiten und nicht am Gewinn beteiligt sind. Auch ein virales Marketing wäre ohne deutsche Verlage möglich. Das Risiko der Lagerhaltung und der damit verbundenen Verluste, das durch das Lizenzmodell auf den Lizenznehmer abgewälzt wurde, entfällt bei digitalen Inhalten komplett. Warum also nur 7–10% des Umsatzes kassieren, wenn doch ein weitaus größerer Anteil ohne großes Risiko möglich wäre?
Dieser logischen Folge einer Digitalisierung des Comic-Marktes kann man als Verlag nur mit eigenen Inhalten begegnen, um die eigene Existenz zu rechtfertigen. Und genau da hapert es gewaltig. Und erfolgreiche Webcomics, die heute schon ohne die Hilfe der Verlagsgrößen existieren können, werden auch in Zukunft nicht Unterschlupf bei diesen Häusern suchen. Was also ist die Zukunftsstrategie, liebe Verlagshäuser? Wo seht ihr euch in 10–15 Jahren?

Georg F.W. Tempel
Chefredaktion


ZACK-Editorial 2/2014


Liebe Leser,

wer hätte das gedacht? Der Beitrag Das Allerletzte von Bernd Glasstetter in der ersten Ausgabe des neuen Jahres von ZACK unter dem Titel Amazon macht Bücher hat im Netz zu einer großen Diskussion geführt. Gut so, möchte ich sagen, da genau das der Sinn dieser Rubrik ist. Denn wer über ein Thema diskutiert, macht sich über eben dieses auch seine Gedanken. Allerdings bin ich der Meinung, dass einige der Diskussionsteilnehmer leicht übers Ziel hinausgeschossen sind. Wir leben in einem Staat, der es sich zugute hält, dass jeder eine eigene Meinung haben darf, ohne Repressalien fürchten zu müssen. Man mag diese Meinung teilen oder auch nicht. Wer allerdings damit droht, sein ZACK-Abo, das Abonnement eines Comicmagazins, zu kündigen, weil ihm ein einseitiger Beitrag nicht gefällt, versteigt sich hier etwas. Wenn diese Androhung dazu führen soll, dass wir Beiträge dieser Art, die zu einer gesunden Diskussion anregen sollen, nicht mehr veröffentlichen, wird damit keinen Erfolg haben.
Neben dem zweiten Teil von Bärenmond starten wir in dieser Ausgabe auch eine neue Serie, die vom holländischen Zeichner Hans van Oudenaarden stammt. Help me, Rhonda gehört meiner Meinung nach zum Besten, was momentan auf dem holländischen Markt an neuen Comics zu finden ist. Wir freuen uns, dass Hans zugestimmt hat, dass wir die dreibändige Serie in ZACK veröffentlichen können.
Ursprünglich war für diese Ausgabe von ZACK die Vorveröffentlichung des zweiten Bandes der neuen Michel Vaillant-Serie vorgesehen. Ein personeller Wechsel in der Lizenzabteilung unseres französischen Partners macht es aber im Augenblick etwas schwer, an die Originalalben sowie an das Druckmaterial zu kommen. Auf alle Fälle wird es aber zu einem baldigen Wiedersehen mit dem beliebten Rennfahrer kommen.
Auch der Comic-Salon in Erlangen beschäftigt uns schon seit einer Weile, und wir planen dazu eine Überraschung im Magazin. Mehr dazu, wenn wir das Okay aus Frankreich bekommen haben.
Und nun wünsche ich Ihnen viel Spaß mit dem neuen ZACK.

Georg F.W. Tempel
Chefredaktion


ZACK-Editorial 1/2014


Liebe Leser,

gestern, auf der Weihnachtsfeier einer großen deutschen Zeitschriftengruppe, wurde dem Print das Wort geredet. Nicht nur, dass man dort vom besten Geschäftsjahr ever berichtete, es wurde auch ein klares Commitment für Druckerzeugnisse ausgesprochen. Was sich auch darin manifestiert, dass die Gruppe im Begriff ist, einen Großteil der Printerzeugnisse eines anderen großen deutschen Verlagshauses zu übernehmen – wenn das Kartellamt zustimmt.
Was also steckt nun tatsächlich hinter dem großen Buhaha, das um digitale Zeitschriften und Bücher gemacht wird? Sind die Verantwortlichen dieser Zeitschriftengruppe schlichtweg zu blöd, um die Zeichen der Zeit zu erkennen? Oder warum werden da Millionen in den Ankauf neuer Printtitel gesteckt? Oder ist das laute Gewese um die Digitalisierung der Druckerzeugnisse nur eine schlaue und hinterhältige Kampagne der Digital-Industrie, um mehr Umsatz zu machen?
Wahrscheinlich haben beide Seiten irgendwo Recht. Möglicherweise geht es den Zeitungsleuten gar nicht so sehr um das Printprodukt als vielmehr um das Knowhow, wie man Inhalte erstellt. Denn bei allem Digitalisierungswahn – berechtigt oder unberechtigt – müssen auch digitale Erzeugnisse mit (neuen) Inhalten gefüllt werden. Nur im Internet recherchieren und bekannte Inhalte wiederkäuen, wird auf Dauer nicht ausreichen und funktionieren. Wer seine Inhalte verkaufen will, muss dem Leser einen gewissen Neuigkeitswert anbieten, zusammen mit Zusatzfunktionen, die eine Zeitschrift nicht bieten kann.
Und was für Zeitschriften gilt, stimmt auch für Comics und Bücher. Auch hier wird die fortschreitende Digitalisierung vom Novelty-Charakter getragen werden. Ein reines Einscannen von Comicseiten, die man dann auf sein Smartphone oder Tablet laden kann, mag hier für den Anfang nett sein. Aber an sich muss da mehr geschehen. Gerade ein Comic wie der neue Asterix bietet sich dafür hervorragend an. Hintergründe zu Zitaten oder Anspielungen sollten während des Lesens abrufbar sein. Werden Songs oder Filme parodiert, müssten die entsprechenden Sound- und Filmschnipsel bereit stehen. Historische Orte sollten erklärt und dargestellt werden etc. Dabei mutet es schon etwas seltsam an, dass ein Megaseller wie Asterix das noch nicht bietet, während man exakt diese Features seit nunmehr fünf Jahren in der digitalen Ausgabe des MOSAIK abrufen kann, was das Heft zu einem europäischen Vorreiter macht.
Ich denke, dass wir uns erst am Beginn einer schönen neuen Lesewelt befinden.
In diesem Sinne wünscht Ihnen das gesamte ZACK-Team ein aufregendes und spannendes Jahr 2014.

Georg F.W. Tempel
Chefredaktion


ZACK-Editorial 12/2013


Liebe Leser,

draußen wird es mit jedem Tag kälter, und die Lust, sich im Freien aufzuhalten, schwindet proportional zum Fallen des Thermometers. Man sollte die Zeit nutzen, um es sich mit einem guten Comic gemütlich machen. Wie die Buchmesse im vergangenen Oktober gezeigt hat, wird es an Lesestoff nicht mangeln. Neben den arrivierten Verlangen werden sich in den nächsten Monaten auch wieder ein paar Newcomer auf den Novitätentischen tummeln. Der deutsche Comicmarkt ist anscheinend immer noch interessant genug, dass ausländische Verlage auch weiterhin Versuche wagen werden, sich hier zu etablieren ... obwohl die Beispiele der Vergangenheit eher davon abraten. Auf der einen Seite kann es dem Comicfreund hierzulande nur recht sein, wenn noch mehr Comics ins Angebot kommen. Andererseits steigt dadurch natürlich die Gefahr, dass noch mehr Serien ihr Dasein als "abgebrochen" fristen müssen, weil der erhoffte Erfolg der Realität nicht standgehalten hat.
Der Ruf nach mehr Comics ist gefährlich, weil das Angebot nicht unbedingt die Nachfrage steigert. Zwar freut sich der Buchhandel über gestiegene Umsätze im Bereich Comic/Manga/Graphic Novel, aber ist es der wirklich dem Zustrom neuer Leser zu verdanken? Oder wechseln die altgedienten Leser einfach nur ihre Verkaufsstelle? Diese Frage können eigentlich nur die Verlage beantworten, da sie an ihren eigenen Umsätzen sehen, ob der Absatz gestiegen ist oder sich der Verkauf nur verlagert hat.
Auf der Buchmesse in Frankfurt war jedenfalls nicht überall eitel Sonnenschein. Hinter vorgehaltener Hand wurde dort schon einmal darüber sinniert, dass es mit der momentanen Titelflut nicht lange weitergehen kann. Die New Economy-Blase jetzt beim Comic?

In diesem Sinne und frohe Weihnacht vom gesamten ZACK-Team

Georg F.W. Tempel
Chefredaktion


ZACK-Editorial 11/2013


Liebe Leser,

zwar lag uns bei Redaktionsschluss der neue Asterix noch nicht vor, sodass wir weder etwas über Inhalt noch Qualität sagen können, aber es ist auffällig, auf welch kleiner Flamme der Medienrummel im Vorfeld köchelt. Wurde noch beim letzten regulären Band – Gallien in Gefahr – die gesamte Journaille nach Brüssel zur Enthüllung des Covers geladen, so findet 2013 das europäische Comic-Ereignis schlechthin nur in den Randspalten der Zeitungen statt. Liegt das nun daran, dass in den Redaktionen niemand mehr allzu große Erwartungen an das neue Team hat, oder wurde der Ball von den Verlagen in weiser Voraussicht flach gehalten, um sich nach der Veröffentlichung nicht der journalistischen Häme ausgesetzt zu sehen? Zumindest die Zeichnungen von Didier Conrad, die im Vorfeld publik wurden, lassen grafische Qualität in Uderzoscher Reinheit erwarten. Bleibt also die Frage, ob sich Autor Jean-Yves Ferri an der Genialität eines René Goscinny wird messen lassen können oder ob er der Trivialität der späteren von Uderzo getexteten Alben erliegt. Warten wir ab, was die Presse nach der Veröffentlichung zu vermelden haben wird.
Sicher wird man dort auch wieder auf der vermeintlichen Geldgier des alten Uderzo herumreiten, da er nun doch von seinem Plan abgelassen hat, das Thema neuer Asterix- Bände mit ins Grab zu nehmen. Allerdings vermute ich, dass es Albert weniger ums Geld denn um sein Vermächtnis ging. 2005 hatte er mit dem Album Gallien in Gefahr zur Genüge sehen können, was passiert, wenn er das Ruder seiner Tochter und seinem Schwiegersohn überlässt, wurde doch hinter vorgehaltener Hand eifrig gemunkelt, dass die Idee zur Story und vieles, was darin vorkam, in den Köpfen der beiden Verwandten gediehen war. Die wollten die Property Asterix nämlich juvenilisieren, um sie für die Zukunft – und damit für nie versiegende Geldströme – fit machen zu können. Hatte der „Alte“ doch nur verfügt, dass es keine neue Alben mehr geben solle. Von einem Stopp des Merchandise und der Filme war nie die Rede gewesen.
Uderzo hat die Rechte also an Hachette übertragen, und die waren sicher nicht billig. Deshalb wird es auch in Zukunft neue Alben geben, da nur sie das Interesse an Asterix lebendig halten werden und damit helfen, den Kaufpreis zu amortisieren. Dafür weiß der Schöpfer der gallischen Helden seine Figuren aber in Händen, die keinen Schabernack mit ihnen treiben werden. Ein Ausrutscher wie Gallien in Gefahr dürfte uns also erspart bleiben.

Georg F.W. Tempel
Chefredaktion


ZACK-Editorial 10/2013


Liebe Leser,

vom 9. bis 13. September findet wieder einmal die Buchmesse in Frankfurt statt. Die weltweit größte Fachmesse vereint über 7.000 Aussteller zum Thema Buch – in gedruckter oder elektronischer Form – unter einem Dach. Und traditionell finden sich die Fans der Sprechblasenliteratur in Halle 3.0 ein, wo sich nicht nur die meisten Comic Verlage befinden, sondern auch das Comic Zentrum zu Podiumsdiskussionen, Künstlergesprächen, Signierstunden und Ausstellungen einlädt. Allerdings hat das Comic Zentrum in den letzten Jahren an Bedeutung verloren, da Verlage wie Egmont oder Carlsen entweder nie Fuß gefasst hatten dort oder sich zurückgezogen haben. Auch internationale Aussteller, die eine Zeitlang dort vertreten waren, haben sich wieder aus dem Staub gemacht. Und obwohl am Wochenende gerade im Comic Zentrum kaum ein Durchkommen in den Gängen möglich ist, werden jedes Jahr aufs Neue der Sinn und die Zukunft des Zentrums diskutiert. Man kennt diese unsägliche Diskussion vom Comic Salon in Erlangen, wo jedes zweite jahr geunkt wurde, dass dies nun sicher der letzte Salon gewesen sei, da die Stadt das Geld nicht mehr habe, der Bürgermeister keine Zusage gemacht hätte oder ähnliches. Und wie man sieht, leben Totgesagte länger und überdauern nicht nur die Kassandrarufe, sondern überdauern auch die Rufer, die sich eines Besseren belehren lassen mussten.
Hoffen wir, dass das Comic Zentrum eine ähnliche Steherfähigkeit hat und die Leitung der Buchmessen sich zu diesem Treffpunkt von Comic-Profis und –Amateuren bekennt. In dieser Ausgabe möchte ich vor allem auf den Artikel über Piraten hinweisen, der zum Teil von einem alten ZACK-Macher stammt: Peter Wiechmann schreibt nicht nur über „seinen“ Captain Terror, sondern gewährt einmal mehr einen kleinen Einblick in das Gefüge des Kauka-Imperiums. Der Beitrag von Ulrich Stampa und PW setzt sich intensiv mit Piraten im Allgemeinen und dem Roten Korsaren und Captain Terror im Besonderen auseinander. Sehr informativ und mit interessanten Erkenntnissen, wie ich finde. Ansonsten freue ich mich, dass mit Patrick Plomb und Roscoe Stenton zwei alte Bekannte ins Heft zurückkehren, die mit den Fortsetzungen ihrer doch sehr unterschiedlichen Abenteuer wieder für Spannung sorgen werden.

In diesem Sinne und vielleicht sieht man sich auf der Buchmesse!

Georg F.W. Tempel
Chefredaktion


ZACK-Editorial 09/2013


Liebe Leser,

in der Buchbranche macht ein neuer Ausdruck die Runde: Publishing Light. Carlsen wird in Deutschland der erste Verlag sein, der mit zwei reinen E-Book-Labels auf die wachsende Selfpublishing Szene reagieren will. Bei Impress sollen Fantasy- Titel für Jugendliche und junge Erwachsene erscheinen, mit Schwerpunkt auf „Romantasy“ und „Paranormal Romance“. Instant Books soll ein erwachsenes Publikum mit „Thrill“ und „Romance“ erreichen. Die Bücher werden dann nicht mehr in gedruckter Form erscheinen, sondern nur noch als Download für die verschiedenen Lesegeräte erhältlich sein. Und das mit massiven Auswirkungen auf den Preis: Zwischen € 1,99 und € 4,99 sollen die einzelnen Bände kosten. Carlsen bietet den Autoren redaktionelle Hilfe, professionelle Gestaltung und Promotion über die verschiedenen Social Media. Es wird spannend werden zu verfolgen, wie junge Autoren aber auch das Lesepublikum das Angebot annehmen. Neu ist das Ganze allerdings nicht, da viele Buchverlage bereits jetzt schon auf gedruckte Bücher verzichten, wenn die Vorbestellungen vorher bestimmte Stückzahlen nicht erreichen. Dann gibt es das Werk nur als digitale Ausgabe. Und natürlich stellt sich in diesem Zusammenhang auch gleich die Frage, ob dieses Geschäftsmodell nicht auch auf den Comicbereich zu übertragen wäre. Da Comics größtenteils vierfarbig sind, würde ein Wegfall der Druckkosten viel Geld sparen und könnte damit den Endverbraucherpreis in erträgliche Höhen drücken. Selbst das Digitalisieren der Zeichnungen junger Zeichner würde entfallen, da diese ihre Comics meist als Dateien anliefern. Damit wäre es also einfacher, junge Talente zu fördern. Bleibt allerdings das Problem der Entlohnung der Kreativen. Bis heute gibt es noch kein wirklich gutes Geschäftsmodell, mit dem alle zufrieden sind. Gerade haben sich die Musiker gemeldet, deren Songs bei Streamingportalen angeboten werden, und beklagt, dass die einzigen, die an der Musik verdienen, die Konzerne wären. Bei den Schöpfern kämen nur Kleckerbeträge an. Es bleibt also auch in der elektronischen Welt spannend und vor allem schnelllebig.

In diesem Sinne

Georg F.W. Tempel
Chefredaktion


ZACK-Editorial 08/2013


Liebe Leser,

vereinzelte Leser bemängeln, dass wir uns bei unseren Artikeln nicht auf den Bereich franko-belgische Comics beschränken – am besten auf die klassischen Abenteuercomics. Nun ist aber zum einen fast alles über Andy Morgan, Blueberry, Jeff Jordan oder Rick Master und alle die anderen Klassiker und ihre Autoren gesagt bzw. wird in den jeweiligen Gesamtausgaben detailreich aufgearbeitet. Und zum anderen sind die Grenzen zwischen US-Comics, Manga und europäischem Comic fließend geworden. Eine fast schon strenge und puristische Abgrenzung wie noch vor 30 Jahren gibt es kaum noch. Manga-Zeichner nennen Moebius und François Schuiten als Einflüsse, amerikanische Künstler arbeiten für europäische Verlage, Otomo, Shirow und andere Mangaka haben den franko-belgischen Comic beeinflusst und US-Zeichner orientieren sich für ihre Arbeit an der alten Welt.
Außerdem gibt es auf der anderen Seite des Tellerrandes so viel Interessantes zu entdecken, dass es fast schon eine Chronistenpflicht ist, darüber zu berichten. So wie wir etwa in der Mai-Ausgabe über Timothy Trumans A Man named Hawken geschrieben haben.
Auch in dieser Ausgabe gibt es wieder ein Kleinod von über dem Großen Teich zu entdecken: Mark Schultz' Xenozoic. Die Serie hatte in den 1990er Jahren ein kurzes Debüt in Deutschland, konnte sich aber nie durchsetzen. Möglicherweise ist ja die US-Neuauflage Grund genug für einen der zahlreichen rührigen, deutschen Verlage sich den Abenteuercomic einmal näher anzuschauen.

In diesem Sinne

Georg F.W. Tempel
Chefredaktion


ZACK-Editorial 07/2013


Liebe Leser,

nachdem sich die Verdammten der Straße in der letzten Ausgabe aus ZACK verabschiedet haben und ihre Runden auf den Straßen Frankreichs nun ohne uns drehen werden, sagen wir ab dieser Nummer „Hallo“ zum neuen Funny Anglerglück. Und damit dürfen wir auch keine geringeren als Pierre Seron begrüßen. Seron, der vor allem durch seine langlebige Serie Die Minimenschen bekannt ist und in den 1960er Jahren als Nachfolger von André Franquin an Spirou & Fantasio gehandelt wurde, zeichnet nach den Texten von Hervé Richez und Christophe Cazenove alles Mögliche und Unmögliche rund ums Angeln. Sein klassischer Strich der École Marcinelle lässt keine Wünsche offen und trägt den Witz oft eher im Detail, denn als plattes Schenkelklopfen.
Die Idee eines Lesers, im Inhaltsverzeichnis doch darauf hinzuweisen, wenn es sich um den Abschlussteil einer Serie handelt, haben wir gerne aufgenommen und setzen wir nun auch in die Tat um.
Nach Hochwasser, katastrophalen Temperaturen und Aussetzen des Frühlings lässt sich – glücklicherweise – nun der Sommer nicht mehr verdrängen. Und seit Ende Juni gibt es in den ersten Bundesländern auch bereits die von Schülern heiß ersehnten Sommerferien. Zu meiner Jugend waren die Kioske um diese Jahreszeit von Ferien-Sonderheften aus den Häusern Ehapa, Bastei, Kauka, Conpart, Condor und wie sie alle hießen überfüllt. Extra dicke Hefte mit vielen Comics, Rätseln, Spielen und Bastelanleitungen sollten den Kindern und Jugendlichen die Ferienzeit versüßen. Und das Geschäft boomte, wie man daran sehen konnte, dass es nicht nur zu den Sommerferien sondern auch zu Ostern und Weihnachten diese Specials gab. Und heute? Fehlanzeige! Zumindest vor einigen Jahren hat sich der Carlsen Verlag – in Kooperation mit dem französischen Verlagshaus Dupuis – noch an Ferien-Sonderalben zu günstigem Preis versucht. Aber auch die sind sang- und klanglos aus den Regalen verschwunden.
Heißt das nun, Jugendliche lesen keine Comics mehr? Comics werden nicht mehr für Jugendliche gemacht? Jugendliche haben andere Interessen? Oder wird dieser Markt schlicht und einfach vernachlässigt?

In diesem Sinne

Georg F.W. Tempel
Chefredaktion


ZACK-Editorial 06/2013


Liebe Leser,

in diesem Heft möchte ich Sie vor allem auf das Interview mit der Zeichnerin Lona Rietschel hinweisen, der Schöpferin der Abrafaxe. Das Gespräch, das Robert Löffler mit der mittlerweile 79-Jährigen führte, ist nicht nur ein interessantes Zeitzeugnis, sondern gibt auch Einblicke in eine Welt, die uns Westdeutschen so gar nicht bekannt ist. Spannend ist dabei auch die Tatsache, dass es Frau Rietschel so ähnlich erging wie Carl Barks, dessen Namen niemand kannte, der aber immer als „der gute Zeichner“ auffiel.
Außerdem freuen wir uns, dass wir in dieser Ausgabe von ZACK endlich die hoch gelobte und mit Preisen überhäufte Serie Es war einmal in Frankreich fortsetzen können. Zwar ist der Krieg vorbei und der Alltag hält wieder Einzug in ein Frankreich, dass sich schwer damit tut, seine Vergangenheit aufzuarbeiten, aber die alten Seilschaften sind immer noch intakt und funktionieren hervorragend.
Notiz im Rande: Während eines Kurztrips nach New York habe ich festgestellt, dass es einfacher ist, hier einen Comicshop zu finden als einen Plattenladen. Unzählige Shops können mit einem unglaublichen Angebot an Heften, Graphic Novels, Manga, Merchandise etc aufwarten. Sicher, man findet die Läden nicht auf der hippen 5th Avenue oder am Times Square, aber wer Zeit und Muse hat und sich nach Midtown oder Lower Manhattan begibt, wird ganz schnell fündig und kann stundenlang in der Welt der bunten Bilder schwelgen. Und auch die großen Buchketten wie Barnes & Nobles haben eine riesige Auswahl an Trade Paperbacks, Graphic Novels und Manga. Glückliche Amis!

In diesem Sinne

Georg F.W. Tempel
Chefredaktion


ZACK-Editorial 05/2013


Liebe Leser,

am 11. Mai steht erneut der Gratis Comictag ins Haus. Einige der 30 Comichefte, die speziell für diesen Tag produziert wurden, dürften die Sammlerherzen höher schlagen lassen. Allerdings ist nicht alles, was da auf dem Tisch liegt, auch tatsächlich neu, sondern besteht aus bekannten Inhalten zwischen neuen Covern. Und wieder ist der Buchhandel an dieser nicht Aktion beteiligt, sondern sie ist allein dem Comicfachhandel vorbehalten. Was auch in diesem Jahr zu der Frage führt, ob dieser Event wirklich dazu dient, neues Publikum anzulocken, oder ob man nur in bekannten Gewässern fischt. Denn tatsächlich wäre es der Buchhandel, der mit seiner Laufkundschaft neue Comic-Leser generieren könnte. Die von diesem Tag angesprochenen Fachhandelsbesucher dürften sich vor allem aus dem Pool der Comicfans rekrutieren, die bereits ihre Leidenschaft für das Medium Comic entdeckt haben. Mir stellt sich in diesem Zusammenhang die Frage, warum man auf der einen Seite große Anstrengungen unternimmt und mit den graphic novels sogar ein eigenes Genre kreiert, um dem Buchhandel und seinen Kunden das Thema Comic schmackhaft zu machen, diese an diesem Tag aber nur Zuschauer sein lässt?
Sind es wirklich nur die Kosten, die gerne als Argument für dieses Verfahren genannt werden? Was ich mir nicht vorstellen kann, da die einzigen variablen Kosten, die Druckkosten, von den Händlern getragen werden, da sie für die Hefte je nach Abnahmemenge zahlen müssen. Die Kosten für Übersetzung, Layout, Handling etc. sind von der Auflage völlig losgelöst und fix.
Oder hat es mit einer Art von Protektionismus zu tun – ähnlich dem Ruf nach einer Radioquote deutschen Liedgutes vor einigen Jahren –, um etwas zu beschützen und zu fördern, was alleine möglichweise nicht überlebensfähig wäre? Das wäre schade, denn zum einen kann sich ein gut und nach marktwirtschaftlichen Regeln geführter Comicladen sehr wohl gegen die Online- und Buchhandelskonkurrenz durchsetzen und bestehen. Und zum anderen vertut man die Chance, ein wirklich breites Publikum mit einem Event wie dem Gratis Comictag anzusprechen.
Ach ja, dem von der CSU angezettelten Gesetzesruf nach der Radioquote, der von Leuten wie Laith Al-Deen, Heinz Rudolf Kunze, Konstantin Wecker, Reinhard Mey oder Udo Lindenberg unterstützt wurde, ist nicht nachgekommen worden. Und heute werden die Charts von deutschen Künstlern dominiert – auch ohne Gesetz, denn letztlich zählt allein die Qualität. Im Falle von Comicläden, die des Angebots, des Service und der Kundenberatung.

In diesem Sinne

Georg F.W. Tempel
Chefredaktion


PS: Das 54. Berliner Seifenkisten- Rennen startet am Sonntag, 26. Mai 2013, um 9.00 mit dem ersten Renndurchlauf auf dem Mehringdamm, nahe Platz der Luftbrücke. Kommt mit und feuert die Michel Vaillant-Seifenkiste an. Ein ganz starker Konkurrent wird die Rennkiste der Abrafaxe sein. Wir freuen uns auf euch!


ZACK-Editorial 04/2013


Liebe Leser,

in diesem Heft heißt es Abschied nehmen. Der kleine Kerl auf der letzten Seite, Epictetus, beendet seine Suche nach der Freiheit. Fast drei Jahre lang hat er uns begleitet und die Leserschaft gespalten, da man ihn anscheinend nur lieben oder hassen konnte.
Bereits im letzten Heft waren die Fragen der Rubrik Zuletzt gefragt von einem bekannten Zeichner zum letzten Mal beantwortet worden. An dieser Ausgabe wird Bernd Glasstetter unter dem Motto Das Allerletzte alles kommentieren, was ihm in den vorangegangenen vier Wochen im Comic-Geschehen aufgefallen ist. Das kann kritisch, lakonisch, enttäuscht oder euphorisch sein, es soll Sie aber auf alle Fälle unterhalten.
Aufgefallen ist auch die Tendenz von Kleinverlagen, ihre "Backlistproblematik" zu halten, will man lieber die komplette Reihe in einem dicken Band an den Kunden bringen. Das ist auf den ersten Blick keine schlechte Idee, bedeutet aber auch, dass man Restbestände dieser Serien, so sie denn abgeschlossen sind, gleich zum Schreddern geben kann. Bei laufenden Serien sehe ich die Problematik beim Akquirieren von Neukunden, die sich gleich einen teuren dicken Comicband kaufen müssen, anstatt erst einmal mit dem ersten Band antesten zu können, ob ihnen die Serie auch tatsächlich gefällt.
Anders sähe es aus, wenn diese Bücher – ähnlich wie bei CDs und DVDs – als Zweit- oder Drittverwertung gesehen und mit einem entsprechenden "Best Buy"- oder "Aktionspreis" verkauft würden. Aber wahrscheinlich wird eher das Gegenteil der Fall sein.

In diesem Sinne

Georg F.W. Tempel
Chefredaktion

ZACK-Editorial 03/2013


Liebe Leser,

vor zwei Monaten hatten wir Sie dazu aufgefordert, die ZACK-Serie 2012 zu wählen, und knapp 4 % unserer Leser haben bei der Abstimmung teilgenommen. Das sind doch wesentlich mehr als bei den letzten Malen. Im Vergleich zum letzten Jahr hat sich die Teilnehmerzahl verdoppelt und gegen 2011 gestellt sogar verdreifacht. Das freut uns natürlich ganz besonders, da wir daran sehen, dass unser Magazin lebt und seine Leser aktiv daran teilhaben wollen. Große Überraschungen gibt es bei dem Ergebnis aber nicht, da die Leserfavoriten der letzten Jahre auch heute wieder auf den vorderen Rängen gelandet sind.

Wir blicken nun auf ein neues und spannendes Jahr und hoffen, dass wir in 12 Monaten wieder auf eine gestiegene Teilnehmerzahl bei der Abstimmung verweisen können.

In diesem Sinne

Georg F.W. Tempel
Chefredaktion

ZACK-Editorial 02/2013


Liebe Leser,

der Februar steht bei ZACK im Zeichen von Michel Vaillant. Nicht nur, dass das brandaktuelle Abenteuer – Im Namen des Sohnes – vom neuen Kreativteam Graton/Lapière/Bourgne/ Benéteau in dieser Ausgabe mit fetten 24 Seiten beginnt, auch das zweite Alben lange Abenteuer erscheint in diesem Monat in neu übersetzter und neu geletterter Form als Comicband. Zusätzlich zum bekannten Inhalt von Der Fahrer ohne Gesicht wird erstmals die Introseite, auf der Jean-Pierres Hochzeit gezeigt wird, auf Deutsch erscheinen. Abgerundet wird das Album mit drei redaktionellen Seiten vom MV-Expertenteam Gerhard Förster, Frank Neubauer und Jürgen Veile. Viele interessante Fakten und Hintergründe aus der Entstehungszeit der Erzählung erhellen so manche offene Frage. In diesem Zusammenhang möchte ich auch noch einmal auf den ersten Band der Serie hinweisen, der die Geschichte Die große Herausforderung erstmals komplett in Deutschland präsentiert. Selbst in Frankreich ist die fehlende Seite 31b bisher nur in der MV-Gesamtausgabe abgedruckt worden. Auch dieses Album wartet mit drei redaktionellen Seiten zur Entstehung von Michel Vaillant auf. Und dem noch nicht genug, startet die vorliegende Ausgabe von ZACK mit einem 4 ½ Seiten langen Interview mit Philippe Graton, der über seinen Vater, das neue Team und die Zukunft von Michel Vaillant spricht.

In diesem Sinne

Georg F.W. Tempel
Chefredaktion

ZACK-Editorial 01/2013


Liebe Leser,

erst einmal Willkommen im neuen Jahr. Und gleich stellt sich die Frage, was 2013 für den deutschen Comicmarkt bedeuten wird. Im Moment stellt er sich mir als siecher Patient dar, der gerne mal in Kur geht und neue Heilmittel – Graphic Novel, Comics für Frauen etc. – ausprobiert, aber nicht wirklich gesundet. Die Fülle an Neuauflagen bekannter Klassiker in Einzel- oder Doppelalben oder als Gesamtausgabe mit Bonustracks verdeckt doch nur das tatsächliche Übel: die Ratlosigkeit gegenüber den neuen Medien und der Schwund der jungen Leser. Im Albenbereich führen Preispolitik, Positionierung und Inhalte dazu, dass man sein Zielpublikum eher in der oberen Hälfte der Alterspyramide sucht – und gefunden hat –, denn im wichtigen Bereich des Nachwuchses. Selbst am Kiosk gibt es kaum noch Comics für Kinder. Hefte, die auf bekannten TV-Serien für die Kids basieren, sind eher Activityhefte als Comic-Magazine. Und dass nun ein YPS für Erwachsene gefeiert wird, ist mehr Bankrotterklärung als Innovation. Natürlich liegt das Problem viel tiefer begründet: Deutschland ist im Bereich Comic „Importweltmeister“. Eigene Kreationen, mit denen man im Bereich Vermarktung über verschiedenen (elektronische) Plattformen experimentieren könnte, gibt es kaum. Ich schätze, dass sich internationale Lizenzgeber in Zukunft den „Zwischenhändler“ deutscher Verlag sparen und nur noch Übersetzungen kaufen werden. Der Verkauf und die Bewerbung elektronischer Lesestoffe über soziale Netzwerke oder Amazon können sprichwörtlich grenzenlos sein. Qualität und Erschwinglichkeit von Tablet PCs und Smartphones dürften ebenfalls ihren Beitrag dazu leisten. Möglicherweise ist das für eine ältere Generation nicht vorstellbar und auch nicht wünschenswert, aber nur auf diesem Weg wird man Leser erreichen können, die bereits jetzt ihr Leben elektronisch organisieren und ohne Internetanbindung das Haus nicht verlassen.

In diesem Sinne

Georg F.W. Tempel
Chefredaktion

ZACK-Editorial 12/2012


Liebe Leser,

ein abwechslungsreiches Comic-Jahr geht zu Ende. Die Auswahl der Bildergeschichten in ZACK hat oftmals für Kontroversen gesorgt – die einen mochten bestimmte Geschichten, die anderen nicht. Ich denke, solange es solche Diskussionen gibt, lebt ein Magazin. Der große Konsens führt eher zu Langeweile und einem baldigen Ende eines Heftes. Da man es aber nicht jedem recht machen kann, werden sicher auch 2013 etliche Auseinandersetzungen und Kritiken vorprogrammiert sein. Selbst die Vorveröffentlichung des neuen Michel Vaillant-Abenteuers Im Namen des Sohnes in ZACK, eines Urhelden des Magazins, hat die Befürworter einer schnellen Albenveröffentlichung auf den Plan gerufen, die ihren Helden besser jetzt als später in Buchform haben möchten. Die Februarausgabe von ZACK wird zeigen, dass wir – wie ich glaube – einen guten Kompromiss gefunden haben.
Ansonsten bleibt natürlich auch 2013 spannend. Bekannte Helden werden zurückkehren – etwa Joseph Joanovici oder Christopher Dantès – und neue werden sich in den Reigen der Abenteurer einreihen. Wir werden uns Mühe geben, auch im neuen Jahr für Vielfalt, Spannung und gute Unterhaltung zu sorgen. Auch wenn wir wissen, dass es immer Kritiker geben wird, die das eine oder andere nicht gut finden. Aber – wie gesagt – ZACK lebt, und Diskussionen und Kontroversen ergeben den Saft, der unser Heft am Leben hält.

In diesem Sinne und mit den besten Wünschen für ein schönes und erfolgreiches 2013

In diesem Sinne

Georg F.W. Tempel
Chefredaktion

ZACK-Editorial 11/2012


Liebe Leser,

freuen Sie sich: ein ZACK-Held der ersten Stunde kehrt ins Magazin zurück. Auf vielfachen Wunsch der Leser haben wir uns entschlossen, Michel Vaillants neuestes Abenteuer in ZACK vorzuveröffentlichen. Im Namen des Sohnes, der neue Band aus der Feder von Philippe Graton, Denis Lapière, Marc Bourgne und Benjamin Benéteau, der im November in Frankreich erscheinen wird, hat sein deutsches Debüt voraussichtlich in der Februar-Ausgabe von ZACK.
Bereits im Dezember wird auch der zweite Band der MV-Serie – Der Fahrer ohne Gesicht – in einer erweiterten Fassung erscheinen. Mit einer bisher unveröffentlichten Comic-Seite und einem dreiseitigen redaktionellen Anhang aus der kundigen Textschmiede um Gerhard Förster wird auch diese Veröffentlichung zu einem Muss für alle Vaillant-Fans. Frank Neubauer, Jürgen Veille und Förster werden wieder interessante Hintergrundinformationen, seltene Bilder und Fakten rund um das Album zum Besten geben.
Und einen Monat später, im Januar 2013, wird der erste Band der Michel Vaillant-Kurzgeschichtenreihe erscheinen. Chronologisch und mit informativen Fakten versehen, erscheinen hier zum ersten Mal alle regulären Short Storys aus dem Vaillant-Universum in Albenform gesammelt. Diese Reihe wird etwa sieben Bände umfassen. 2013 wird – könnte man sagen – das Jahr der Michel Vaillant-Fans.

In diesem Sinne

Georg F.W. Tempel
Chefredaktion

ZACK-Editorial 10/2012


Liebe Leser,

die anstehende Frankfurter Buchmesse 2012 vom 10. - 14. Oktober steht für ZACK ganz im Zeichen von Michel Vaillant.
40 Jahre ZACK und das in Frankreich für November angekündigte neue Album um den besten Rennfahrer aller Zeiten waren für uns Anlass genug, einen Teil des neuen Kreativteams der Serie einzuladen. Philippe Graton, der Sohn des Michel Vaillant-Schöpfers Jean Graton und zusammen mit Denis Lapière Co-Szenarist, sowie der für die Hintergründe und die Fahrzeuge verantwortliche Zeichner Benjamin Benéteau werden an zwei Tagen nicht nur an Podiumsdiskussionen teilnehmen und den Fans Rede und Antwort stehen, sie werden außerdem eine Work-in-Progress-Version des anstehenden neuen Bandes prКsentieren und signieren.
Speziell zur Buchmesse haben wir diese 56 Seiten starke Ausgabe für den deutschen Markt produziert. In dem limitierten Buch ist bereits die gesamte Story um Vaillants Einstieg in die WTCC abgedruckt – allerdings in einer Arbeitsversion, die aus fertigen und übersetzten Seiten, Storyboards, Skizzen, Auszügen des Szenarios etc. besteht. Zum ersten Mal kann der Leser mitverfolgen, wie der Comic vom Skript über Rohzeichnungen bis zur druckfertigen Seite entsteht. Aus diesem Grund ist der Band nicht nur für Michel Vaillant-Fans interessant.
Natürlich freuen wir uns auch über jeden ZACK-Leser, der uns an unserem Stand besucht, um Anregungen, Kritikpunkte oder Wünsche zu äußern.
Es lohnt sich also, sich die Buchmesse im Kalender zu notieren.
In diesem Sinne

Georg F.W. Tempel
Chefredaktion

ZACK-Editorial 09/2012


Liebe Leser,

die große Politik redet über Staatspleiten, Rettungsschirme und Eurobonds. Bisher haben diese Diskussionen noch keine Auswirkungen auf den Geldbeutel des Ottonormalverbrauchers gehabt. Im Alltag ist von den Problemen der großen Staatsebene nichts zu spüren. Aber was wird passieren, wenn es über mögliche Steuererhöhungen, Lohnnullrunden, Preiserhöhungen oder Sonderabgaben auf dem eigenen Konto wehtut? Wo wird man zuerst den Rotstift ansetzen, um die eigenen Ausgaben zu beschneiden? Denn im Gegensatz zu Vater Staat kann der einzelne nicht über seine Verhältnisse leben, sondern muss sofort mit seinem ganz eigenen Sparprogramm beginnen.
Was geschieht, wenn über gestiegene Papierpreise auch die Druckkosten in die Höhe schnellen? Können die Verlage es sich erlauben, diese Kosten an den Endverbraucher weiterzugeben?
Die Rezession anfangs der 1990er Jahre etwa hatte direkten Einfluss auf den Verkauf von Comic-Alben. Die steigenden Arbeitslosenzahlen führten zu Einbrüchen bei den Verkäufen der Comics. Das wiederum hatte steigende Endverbraucherpreise zur Folge, die – zusammen mit einem steigenden Output der Verlage – nochmals zu sinkenden Verkaufszahlen führten. Letztendlich wurden unzählige Comic-Serien wegen Unrentabilität eingestellt.

Hoffen wir, dass es dieses Mal nicht so weit kommen wird.
In diesem Sinne

Georg F.W. Tempel
Chefredaktion



P.S. Neben stehend sehen Sie bereits das deutsche Cover des brandaktuellen Michel Vaillant-Bandes aus der Feder des neuen Autoren/Zeichner-Teams, der in Frankreich im November 2012 und in Deutschland im Februar 2013 erscheinen wird.

ZACK-Editorial 08/2012


Liebe Leser,

während im sportlichen Bereich ein Großereignis das nächste jagt – eben noch Fußball-EM, jetzt schon Olympischen Spiele 2012 in London –, sieht es bei den Comics erst einmal mager aus. Nach dem Comic Salon in Erlangen im Juni muss der geneigte Comic-Freund sich bis Oktober gedulden, bis die Frankfurter Buchmesse ihre Tore öffnet. Auf dem weltweit größten Buch-Event haben auch die Comics mittlerweile einen wichtigen Stellenwert erhalten und werden dementsprechend gefeiert. In der Vorausschau auf diese Messe dürfen wir bereits jetzt verraten, dass wir das 40. Jubiläumsjahr von ZACK mit einer besonderen Überraschung begehen wollen. Wir sind schon heftig am Planen, Organisieren und Weichenstellen. Details dazu in der kommenden Ausgabe des ZACK Magazins. Auch was die weiteren Veröffentlichungen im Heft betrifft, können wir bereits ein wenig den Vorhang lüften und einen Ausblick auf die nächsten Monate gewähren: Attilio Michelluzzis Roscoe Stenton kehrt mit Abenteuer in der Mandschureizurück. Auf Bärenmond von Mozat und Bossard werden sich die Westernfreunde freuen. Und mit der Rasselbande vom neuen Team Zidrou/Krings findet der Klassiker von Roba eine Fortsetzung. Es bleibt also spannend!

In diesem Sinne
Georg F.W. Tempel
Chefredaktion

ZACK-Editorial 07/2012


Liebe Leser,

nach dem eher bedrückenden und desillusionierten Artikel von und über Michael Hug und sein kurzes und desaströses Intermezzo als Comic-Verleger haben wir in der vorliegenden Ausgabe von ZACK ein Interview mit Gerhard Förster, dem neuen Macher der Sprechblase. Der Österreicher lebt für sein Magazin und strahlt unglaublich viel positive Energie aus. Diejenigen, die ihn schon mal getroffen haben, können das nur bestätigen. Förster und sein Team von Michel Vaillant-Fachleuten ist auch für die informativen Artikel in unserer MV-Albenreihe verantwortlich. Und sicherlich wird er auch maßgeblich an der neuen Sonderreihe um den französischen Rennfahrer beteiligt sein, in der alle existierenden Kurzgeschichten chronologisch zum Abdruck kommen werden. Der erste Band der Reihe ist bereits für Ende 2012 geplant.
Gerade kam die aktuelle Meldung herein, dass im Vergleich 2011 zu 2003 eine Milliarde (1.000.000.000!!) Zeitungen und Zeitschriften weniger am Kiosk verkauft wurden. Angesichts solcher Zahlen – und hier geht es ja nicht nur um weniger Umsatz durch Absatz, sondern auch um sinkende Werbeeinnahmen wegen geringerer Reichweite der betroffenen Publikationen – werden Versuche, Comic-Zeitschriften über den Kiosk zu vertreiben, zunehmend zu einem Risiko. Die Zeiten, in denen die Verkäufe des Flaggschiffs der deutschen Comichefte, der Micky Maus, jenseits der halben Million-Marke lagen, sind ebenfalls schon etliche Jahre her. Da helfen auch keine großangelegten Werbemaßnahmen oder neuen Inhalte. Auch den Vertriebsweg Internet mit digitalen Inhalten zu nutzen, wie das Panini gerade versucht, dürfte nicht das gewünschte Ergebnis bringen, da in Deutschland die Formel gilt: Internet = umsonst. Und wenn dann auch noch die neue Senkrechtstarter-Partei Die Piraten dafür plädiert, dass Inhalte im Internet kostenfrei und für jeden kopier- und downloadbar zur Verfügung stehen müsse, stellt sich die Frage, wohin der zukünftige Weg der Comics führen wird.

In diesem Sinne

Georg F.W. Tempel
Chefredaktion

ZACK-Editorial 06/2012


Liebe Leser,

vom 7. – 10. Juni wird in Erlangen wieder einmal der wichtigste Comic-Event Deutschlands stattfinden – der Comic Salon. Die 15. Inkarnation dieses Ereignisses muss 2012 ohne ZACK und ohne die ZACK Edition auskommen. Seit 1992, dem ersten Jahr unserer Teilnahme, hat der MOSAIK Verlag mit seinen vielen Comic-Helden sein Scherflein zum bunten Comic-Ereignis beigetragen. Dieses Jahr haben wir auf eine Teilnahme verzichtet, da Veränderungen in der Standverteilung und schlechtes Timing des Veranstalters bei der Bekanntgabe des neuen Platzes unsere Planungen über den Haufen geworfen haben. Es war nicht einfach, diese Entscheidung zu treffen, da der Salon in Erlangen an sich ein ‚Must‘ für jeden Comic-Verlag ist, um mit seinen Lesern und Kunden in Kontakt zu kommen, um Meinungen auszutauschen und Feedback der Leser zu erhalten.
Allerdings hätten wir uns – unserer Meinung nach – mit den kurzfristig angebotenen Standalternativen verschlechtert, weshalb wir schweren Herzens den bereits eingeladenen Zeichnern absagten und die gebuchten Hotelzimmer storniert haben.
Trotzdem werden Sie unsere für Erlangen produzierten Überraschungen wie die mit einem Variant-Cover versehene Erlangen Spezial-Edition der Juni-Ausgabe von ZACK oder den mit einer signierten Grafik veredelten Doppelpack der zweibändigen SerieAllan Quatermain am Stand von Salleck Productions erwerben können. Dort finden Sie auch die ZACK-Sticker für das Erlangen Klebebildersammelalbum.
Auch wenn wir nicht vor Ort sind, wünschen wir Ihnen viel Spaß während dieser vier Comic-Tage.

In diesem Sinne

Georg F.W. Tempel
Chefredaktion

ZACK-Editorial 05/2012


Liebe Leser,

große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus: Am 12. Mai findet der dritte Gratis Comictag in Deutschland statt. Erneut gab es im Vorfeld Querelen, wer mitmachen dürfe, welches Startgeld zu zahlen sei und wer über die Veröffentlichungen mitbestimmen darf. Ein großer Diskussionspunkt war - einmal mehr - die Teilnahme des Buchhandels. Natürlich sollte der GCT in seiner ursprünglichen Idee helfen, den Comichandel zu stützen. Aber für die Verlage bringt es auf Dauer nichts, nur einen Vertriebsweg zu stützen. Sie brauchen eine so genannte Exit-Strategie, falls der Comicfachhandel allen nicht mehr als Absatzkanal taugt.
Wenn man nun gleichzeitig liest: "Der deutsche Buchhandel hat nach buchreport-Erhebungen mit Kinderbüchern (bis 12 Jahre) im Januar 2012 im Vergleich zum Vorjahresmonat 3,8% mehr umgesetzt (Umsatzanteil: 10,1%). Das vor Jahren kräftig boomende Segment der Jugend- und All-Age-Büchern hat dagegen im Januar mit -14,8% deutlich an Boden verloren (Umsatzanteil: 3,5%). Aktuell gehört die Warengruppe mit einem kumulierten Plus von 1,8% zu den Umsatztreibern im deutschen Buchhandel", dann wäre es doch gerade gut, sich mit jungen Themen auch am GCT im Buchhandel zu engagieren, um sich einen Teil dieses wohl wachsenden Kuchens zu ergattern.
Wie auch immer, ich wünsche den teilnehmenden Verlagen und Händlern am GCT jedenfalls viele Neugierige, die sich nicht nur Umsonsthefte abholen wollen, sondern tatsächlich neue Kunden werden.

In diesem Sinne

Georg F.W. Tempel
Chefredaktion

ZACK-Editorial 04/2012


Liebe Leser,

im April vor genau 40 Jahren erschien das erste ZACK Magazin.
Dem Koralle Verlag, der zur Springer Gruppe gehörte, war damals wahrscheinlich gar nicht klar, dass er mit dem Heft, das in seiner ersten Phase knapp acht Jahre lang erschienen ist, Maßstäbe setzen und Generationen von Comiclesern prägen würde. In den 1990er Jahren saßen einige dieser Fans in den Redaktionen der Comic Verlage und richteten das Comicprogramm gemäß ihrer Comicsozialisation aus. Und auch heute ist der Einfluss des „alten“ ZACK noch zu verspüren.
Die Redaktion des ZACK der zweiten Phase möchte den Geburtstag entsprechend würdigen und lässt die vergangenen Jahre in zwei fundierten Artikeln Revue passieren. Außerdem spendieren wir unseren Lesern zur Feier des Tages eine 16seitige Umfangserweiterung zum gewohnten Verkaufspreis.
Stoßen wir auf die vergangenen vier Dekaden an und darauf, dass wir in 10 Jahren auch ein halbes Jahrhundert ZACK feiern können!
Und um bei Traditionen zu bleiben, finden Sie unten stehend die 10 Erstplatzierten der Wahl zur ZACK Serie 2011. 167 Teilnehmer haben gewählt. Aufgrund eines technischen Fehlers konnte Die Flügel des Herrn Plomb erst später eingestellt werden, was dazu führte, dass die Serie von nur 111 Teilnehmern bewertet wurde. Bei voller Punktezahl hätte sie ganz sicher einen besseren Platz eingenommen.

01. Es war einmal in Frankreich
Durchschnittsnote 1,5
02. Dantès
Durchschnittsnote 1,8
03. Black Crow
Durchschnittsnote 1,9

04. Die Flügel des Herrn Plomb Durchschnittsnote 2,0
05. Damocles Durchschnittsnote 2,1
06. Rubine Durchschnittsnote 2,2
07. Solo Durchschnittsnote 2,3
08. Nico & Blacksad Durchschnittsnote 2,4
09. MingaManga Durchschnittsnote 2,5
10. Valentine Pitié & Der Mann von Neuengland Durchschnittsnote 2,6


In diesem Sinne

Georg F.W. Tempel
Chefredaktion

ZACK-Editorial 03/2012


Liebe Leser,

das Sommerprogramm der ZACK Edition ist nun festgezurrt und in trockenen Tüchern. Im kommenden Heft werden wir es ausführlich vorstellen und auch online stellen. Aber bereits jetzt möchte ich auf die zweibändige Abenteuerserie "Allan Quatermain und König Salomons Minen" verweisen, da wir ihren Zeichner Dim D. zum Comicsalon in Erlangen eingeladen haben. Beide Bände erscheinen zeitgleich zum Salon und können dort von ihm signiert werden. Außerdem werden wir ein Exlibris dazu produzieren.
Natürlich werden wir uns auch für ZACK etwas Besonderes zu Erlangen einfallen lassen, nachdem wir bereits im April das 40-jährige Jubiläum des Magazins mit einer erweiterten Ausgabe gefeiert haben.
Eher erschreckende Zahlen haben mich in den letzten Tagen erreicht. In Vertriebskreisen geht man davon aus, dass keine 100 (!) Comicfachgeschäfte in Deutschland professionell organisiert sind. Weit über hundert Läden seien eher der Rubrik "Hobby" zuzuordnen. Muss es da wundern, dass die Verbreitung von Comics eher ein Schattendasein fristet und natürlich die Mittel nicht vorhanden sind, um flächendeckende Werbung zu betreiben? Denn es wäre ein Irrglaube, dass allein die Verlage für die Bewerbung der Ware Comic zuständig seien.
Ich denke, auch im Bereich Ladenwerbung im Einzugsgebiet der Geschäfte sind innovative und unkonventionelle Ideen gefordert, die nicht unbedingt viel Geld kosten müssen. Ein Gratis Comictag im Jahr wird es da nicht reißen. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass Lokalredaktionen ansässiger Tageszeitungen für Ideen immer dankbar sind. Warum also nicht etwa Uderzos Geburtstag mit einer kleinen Feier im Laden begehen und damit Leute locken? Oder das Erscheinen des Tim & Struppi-Films von Peter Jackson auf DVD mit einer kleinen Aktion begleiten. Verlage und Filmfirmen haben für solche Gelegenheiten eigentlich immer irgendwelches Werbematerial in der Hinterhand.
Beständige Aktionen können wie der stete Tropfen sein, der den Stein höhlt.

In diesem Sinne

Georg F.W. Tempel
Chefredaktion

ZACK-Editorial 02/2012


Liebe Leser,

das Jahr 2012, ein arbeitnehmerfreundliches Jahr mit gut gelegenen Feiertagen, soll eins werden, in dem alle Deutschen den Gürtel enger schnallen müssen. Zumindest hat unsere Kanzlerin das so in der Neujahrsansprache formuliert. Die Krise ist noch nicht zu Ende, und der Euro hängt höchstwahrscheinlich auch weiterhin am Tropf der "Geberländer". Keine rosigen Aussichten für ein Jahr, in dem wir Albert Uderzos 85. Geburtstag feiern werden, in dem sich das Erscheinen des ZACK-Magazins zum 40. Mal jährt - wenn auch mit Unterbrechung - und das sicher einige Comic-Highlights erleben wird. Zumindest soll Ende 2012 ein neues Asterix-Abenteuer erscheinen. Alles Themen, die wir auch im Heft behandeln werden, teilweise mit exklusivem Material wie etwa Bewerbungsseiten eines nicht zum Zuge gekommenenAsterix-Teams.
Mit Peter Kronhagel begrüßen wir einen neuen freien Mitarbeiter, der sich zukünftig um Beiträge über die Klassiker der franko-belgischen Comics kümmern soll. Ein erster Beitrag wird ein Artikel über Eddy Paape in einer der kommenden Ausgaben sein.
Ganz aktuell möchten wir Sie zur Online-Abstimmung zum ZACK-Helden 2011 einladen. Auf www.zack-magazin.de finden Sie unter der Rubrik "ZACK" die Bewertungsliste. Unter allen Teilnehmern verlosen wir dreiCassio Gesamtausgaben.
Das in dieser Ausgabe veröffentlichte Interview mit dem Wahlhamburger Simon Schwartz, der mit seiner graphic novel drüben! für Furore sorgte, mussten wir für das Magazinformat um fast die Hälfte kürzen. Deshalb bieten wir Ihnen ab Mitte Februar die Möglichkeit, quasi den Director's Cut des Interviews auf www.zack-magazin.denachlesen zu können. Viel Spaß damit!

In diesem Sinne

Georg F.W. Tempel
Chefredaktion

ZACK-Editorial 01/2012


Liebe Leser,

unsere Hefterweiterung anlässlich der 150. Ausgabe von ZACK ist von den Lesern unseres Magazins mehr als positiv aufgenommen worden. Wir freuen uns, dass wir das Geburtstagsheft zu einem Augen- und Leseschmaus gestalten konnten.
Auch in den Medien wurde das Jubiläum kommentiert. Do widmet etwa Die Rheinpfalz - mit 25.000 Exemplaren eine der größeren Tageszeitungen - dem Jubiläum einen halbseitigen Bericht unter ihrer Rubrik Ratgeber Medien. Es gefällt, den Beitrag zwischen Artikeln zu Fernsehen und Radio zu finden. Dort gehört das Thema Comics nämlich hin.
Ansonsten kracht es mal wieder im Gebälk.
Man muss sich fragen, ob der Verkauf von Weltbild - dem Eigentümer Kirche war zu viel Anrüchiges im Portfolio - Auswirkungen auf die Absatzwege für Bücher im Allgemeinen und Comics im Speziellen haben wird. Immerhin konnte man in den Weltbildläden und im Online Shop Comics erstehen. Stellt sich also die Frage, ob der neue Eigentümer die Läden teilweise schließen wird, um Stadtorte zu bereinigen, oder möglicherweise sogar investiert und weitere Verkaufsstellen eröffnen wird.
Und was wird aus der Weltbild- Sammleredition, in der z.B. vor einigen Jahren die BILD Comicedition oder die Asterix-Bände erschienen sind. Immerhin ein Medium, um Comics in die Breite zu bringen.
Auch der kommende Gratis Comictag läuft nicht so rund, wie man e sich wünschen könnte. Die Teilnahmebedingungen wurden geändert und die Einstiegshürden für kleinere Verlage damit höher gelegt. Wird das Event für alle dann doch eher zu einem Ereignis der Happy few?
Und auch die allgemeine Wirtschaftslage kann ihre Auswirkungen auf die Comics haben. Das mag nun etwas weit hergeholt klingen, aber wenn es im eigenen Geldbeutel enger wird, dann spart man zuerst an den "überflüssigen" Dingen. Und Comics gehören - meines Wissens nach - nicht zu den lebensnotwendigen Dingen, sondern sind eher das Genusshäubchen oben drauf.
Dennoch wünschen wir Ihnen ein erfolgreiches und Comic-buntes Jahr 2012!

In diesem Sinne

Georg F.W. Tempel
Chefredaktion

ZACK-Editorial 12/2011


Liebe Leser,

dieses Mal kein kritisches Editorial, kein Diskussionsstoff. Dieses Mal nur ein Dankeschön, dass Sie es ermöglicht haben, dass wir Ihnen die 150. Ausgabe des ZACK Magazins der Nach-Koralle-Ära präsentieren können. Dafür wollen wir uns auch mit 16 zusätzlichen Seiten bedanken, auf denen wir Comics abdrucken, die nicht unbedingt ins Portfolio unseres Magazins passen, aber nichtsdestotrotz unterhaltend und lesenswert sind.
Während sich die großen Magazine wie Stern, Spiegel undFocus für den alljährlichen Jahresrückblick rüsten, wollen wir Ihnen einen kleinen Blick in die nähere Zukunft von ZACK geben.
Bereits in der nächsten Ausgabe, dem Januarheft des kommenden Jahres, wird mit Der Fall des Hauses Jekyll die Fortsetzung vonMr. Hyde gegen Frankenstein starten. Im Februar haben dann gleich zwei neue Serien ihren Einstand in ZACK: MitAlamo kommt endlich wieder ein Western ins Heft, und Mic Mac Adam soll der neue regelmäßige Semi-Funny werden, da es fünf albenlange Erzählungen gibt, die in Deutschland bisher noch nicht erschienen sind.
Auch zwei deutsche Zeichner können wir in 2012 inZACK begrüßen. Mit neuer Konzeption kehrt Kommissar Fröhlich von Stephan Hagenow zurück, und Michael Vogt schickt die Leser mit Mark Brandis in die Zukunft.
Ich hoffe, dass wir Sie auch in den nächsten 150 Ausgaben jeden Monat wieder begrüßen dürfen.

In diesem Sinne

Georg F.W. Tempel
Chefredaktion

ZACK-Editorial 11/2011


Liebe Leser,

im vorliegenden aktuellen Heft startet der langerwartete vierte Teil von "Es war einmal in Frankreich". Die Geschichte von Joseph Joanovici ist die eines Mitläufers, Kriegsgewinnlers und Kollaborateurs. Und dennoch hat er Gutes getan und Menschen vor den braunen Besatzern gerettet. Fabien Nury und Sylvain Vallée erzählen in ihrer mit Preisen ausgezeichneten Serie von einem dunklen Kapitel der französischen Geschichte. Nein, nicht jeder Franzose war in der Resistance, wie man so gerne glauben gemacht wird. Es gab sehr wohl Franzosen, die an die Beständigkeit der Deutschen glaubten. Nury und Vallée gehen völlig unverkrampft mit dem Thema um. Weder beschönigen sie, noch verurteilen sie. Ähnlich neutral beschäftigte sich Marvano in "Grand Prix" mit dem Thema Drittes Reich. Muss man Nicht-Deutscher sein, um diesen Teil der Historie behandeln zu dürfen bzw. unverkrampft damit umgehen zu können? Lastet das Gewicht der Erbschuld so schwer auf unseren Schultern, dass wir, die Deutschen, es kaum wagen, uns kritisch und objektiv mit diesen knapp 20 Jahren unserer Historie auseinanderzusetzen?
In den aktuellen französischen Comics gibt seit einiger Zeit einen Trend, das Dritte Reich und seine Auswirkungen auf das Leben anderer Völker und Länder im Comic aufzuarbeiten. Dabei gibt es die ganze Bandbreite an Inhalten – von trivial über kritisch bis betroffen machend. In Deutschland setzt an dieser Stelle eher die Diskussion ein, ob man Hakenkreuze abbilden darf, ob der Comic deshalb möglicherweise indiziert wird oder ob nicht plötzlich sogar neuzeitliche Rechtsdenkende zur Kundschaft zählen.
Auch eine Art, sich mit Geschichte auseinanderzusetzen …

In diesem Sinne

F.W. Tempel
Chefredaktion

 

 

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Pressezitate

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  • 2

Durch seinen enormen Erfolg hat ZACK eine ganze Generation von Comic-Lesern maßgeblich geprägt und markiert [...] den Beginn der Comic-Moderne.

Die Rheinpfalz

Für Comicfreaks eine echte Sensation!

Berliner Morgenpost